Die Werkstatt
Der Winter steht vor der Tür. In Norddeutschland stürmt und fegt der Regen quer durchs Land. Der Schuppen ist zu klein. Also was tun?
Eine Lösung muss her! Viele Gedanken habe ich mir gemacht um eine Möglichkeit zu finden, entspannt, trocken und warm mein Custom-Bike zu bauen. Auf dem Grundstück ist leider kein weiterer Raum frei den ich zur Werkstatt umfunktionieren kann. Also einmal mehr, kreativ sein!
|| Möchte ich mein Auto im Winter draußen stehen lassen? Oder möchte ich es doch lieber neben Hyundi im Carport parken und morgens ins trockene Auto steigen um zur Arbeit zu fahren. Tja, eine schwere Entscheidung. Aber da die Möglichkeiten leider recht rar sind, bleibt mir nichts anderes übrig als das Carport zu meiner Werkstatt umzufunktionieren.
Gedacht – geplant – getan
Okay… wieviel Platz brauche ich? Möchte ich auf dem kalten Boden arbeiten oder baue ich eine Unterkonstruktion? Wie dicht gegen Regen, Wind und Kälte sollen die Wände sein?! Und ja, die Kälte! Hole ich mir einen Bauofen damit es schön schnuggelig warm wird in meiner Werkstatt!? Oder gibt es andere Lösungen. Fragen über Fragen in meinem Planerkopf. Achja, und das Licht! Ich brauche ein ordentliches Licht, denn es wird ja bereits um 16 Uhr dunkel in der Jahreszeit.
Nach langem hin und her, habe ich mich für eine einfache Lösung entschieden. Und dazu ist die noch sehr viel günstiger und auch einfacher umzusetzen. Anstatt einer Holzwand werde ich es jetzt mit Planen machen. Dicke stabile Planen die ich auf einen Holzrahmen schraube. Für die Wärme habe ich mir eine Gasflasche und einen Heizstrahleraufsatz besorgt. Den ersten Wärmetest hat er einwandfrei bestanden.
Das Licht | Zum Glück habe ich noch aus meiner damaligen Selbständigkeit zwei Aussenstrahler die ordentlich Licht machen. Die habe ich erstmal aus dem Schuppen gekramt und mit Kabeln zusammen geschlossen. Mit den Steckdosen und meinen verlegten Stromkabeln, habe ich nun eine Beleuchtung, mit der ich beim schrauben alles sehe was ich sehen muss.
Nach ein paar Umdekorationen geht es nun an den Bau des Rahmens für die Planen. Es muss eine Tür her, die so komfortabel ist, das ich meine Maschine auch problemlos raus und rein schieben kann.
Der Holzrahmen | Nach mehreren Möglichkeiten habe ich eine nun für mich schlüssige Lösung gefunden. Zwar ist bei der Variante oben zur Decke hin ein recht großer Schlitz, aber ich spare mir Aufwand und Material. Und ich hoffe, dass mein Heizstrahler und die Strahler für das Licht gemeinsam genug Wärme produzieren, damit ich es schön schnuggelig habe.
Die Wandverkleidung | Nachdem der Plan zum größten Teil in der praxis umgesetzt wurde und der Holzrahmen montiert ist, ging es nun an das anbringen der Plane. Zu meiner Verärgerung musste ich feststellen, dass der Hersteller ein Maß von 3 x 4 Metern angegeben, dass aber leider nicht stimmte. Darauf verlassen, haben natürlich meine ganzen Berechnungen basiert. Da diese Maßangabe wie gesagt nicht gestimmt hat und auf der langen Seite 20 cm gefehlt haben, musste ich kreativ sein und das Rahmengestell umplanen. Das bedeutete die Latten nochmal sägen und auf die neuen Längen anpassen. Danach nun endlich die Planen verspannen und somit den Raum meiner „Werkstatt“ schaffen.
Durch die neue Bemaßung hat sich eine größere Öffnung für die Türe ergeben. Im Nachhinein finde ich das gar nicht so verkehrt, denn so bin ich flexibler was das rein und raus schieben meiner Maschine betrifft. Zudem konnte ich eine neue Wand schaffen, die den Raum noch komfortabler macht.
In der Zwischenzeit habe ich mir nicht nur Gedanken zu der Bodenkonstrukion gemacht, sondern ich habe von meinen Nachbarn alte Teppiche geschenkt bekommen. Daraufhin hatte ich die Idee, den Boden einfach mit dicken Teppichen auszulegen. Auch, wenn die Winterkälte dadurch mehr durech kommt als bei einer Holzkonstruktion. Aber auch hier ist diese Lösung wieder sehr viel einfacher und kostengünstiger. Gedacht, getan! Eine Annonce in Ebay-Kleinanzeigen aufgegeben und weitere Teppiche zusammen gesammelt. Zudem habe ich im Schuppen weitere alte Teppiche gefunden.
Die Inneneinrichtung | Nicht nur Teppiche für die Wärme und die Gemütlichkeit, sondern auch eine alte Werkbank, Regalablagen, der Heizstrahler, einen Hocker und das Ein und Andere das mir noch so einfällt, sollen meinen Männerraum schmücken.
Von meinem Schwiegervater haben wir noch eine alte Werkbank. Die ist uns sehr heilig und hat einen ganz besonderen Wert für uns. Diese nutze ich als Werkbank in meiner Männerwerkstatt. Daneben den Heizstrahler platziert, darüber Regalböden und ein paar Bilder an die Wand. Ein Hocker zum entspannten Arbeiten und fertig ist fürs Erste meine Motorrad-Custom-Höhle! Musik dröhnt aus dem Smartphone und mit dem Schraubenschlüssel in der Hand, kann es los gehen mit meinem ganz persönlichen Männerprojekt!